Madarejúwa Tenharim: Die Filmkritik

Cowboys und Indianer: Einige Tenharim-Familien an der Durchfahrtstraße haben sogar Fernsehen

„Batman“? Nein, kenne ich nicht. „Star Wars“? Habe ich schon gesehen. Jetzt fragst du auch noch, welche Folge davon! Was, es gibt sieben „Star-Wars“-Filme? Ich erinnere mich nicht daran, ob es die Folge mit den Robotern und den Sturmtruppen war. Vielleicht habe ich doch keinen „Star-Wars“-Film gesehen. Ich habe davon gehört. „Star Trek“? Vielleicht. Vielleicht habe ich „Star Trek“ gesehen. Seit ich ein Kind bin, schaue ich mir Filme im Fernsehen an, wenn wir im Dorf sind und nicht auf der Jagd. Mein Lieblingsfilm? Immer fragst du, was mein Lieblings-Dies und mein Lieblings-Das ist. Ich habe so etwas nicht. Ich sehe, was gerade läuft. Meistens schaue ich überhaupt nichts an. Länger als eine Stunde halte ich es vor einem Fernseher nicht aus.

Mir ist etwas eingefallen. Ich habe doch einen Lieblingsfilm. Er heißt: „Die Maske“. Es ist kein brasilianischer Film. „Die Maske“ macht lustige Sachen. Es geht um einen Mann, der eine Maske gefunden hat. Die Maske verleiht ihm die Macht, sich zu verwandeln. Mit der Maske kann er werden, was er will!

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Sie sind Krieger

Häuptlingssohn Ilton Tenharim errichtet eine Straßensperre

‚Die Alten erinnern sich noch an den letzten großen Krieg. Sie haben diese Zeit erlebt, sie waren Kinder und junge Männer, als die Tenharim das Volk der Jiahui besiegten. Wir haben die Jiahui überrascht und ihren Anführer und Schamanen getötet. Die Jiahui sind in die Wälder geflohen und wurden viele Jahre lang nicht mehr gesehen. Doch wir reden nicht gerne über den Krieg. Topeí sagt, es ist eine delikate Angelegenheit. Trotzdem will er dir ein paar Dinge erklären.

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Anhağa – Der Wald ist voller Seelen

Waldboden im Kastanienhain von São Luis

Im Kastanienhain von São Luis lebte der große Schamane Porapití. Er hatte eine Frau und zwei Töchter. Die eine war ein Kleinkind und konnte bereits laufen, die andere wurde von ihrer Mutter in einer Schlinge aus Baumwolle getragen. Als die Mutter aus dem Wald ins Dorf zurückkehren wollte, sagte die ältere Tochter zu ihr: „Ich möchte eine Frucht probieren, dort drüben sehe ich sie hängen!“ Die Mutter erlaubte es, dann schaute sie kurz weg. Als sie den Blick wieder hob, war die Tochter verschwunden.

Sie rief aus Leibeskräften nach ihr und suchte am Fluss und unter den Bäumen, voller Angst. Hatte jemand das Kind gestohlen? Waren Häscher vom Volk der Jiahui in diesen Wäldern unterwegs? Die Jiahui waren Erzfeinde der Tenharim, mit ihnen führten wir lange Krieg. Damals war eine Zeit voller Streit zwischen den Völkern.

Einmal hörte die Mutter die Stimme ihrer Tochter, aus großer Ferne, aber finden konnte sie sie nicht. Sie hörte die Rufe mal von hier und mal von dort, aus verschiedenen Richtungen des Waldes. Sie irrte umher und ihre Kräfte schwanden. „Mein Mann wird böse mit mir sein“, sagte sie sich. Die Mutter wusste, dass Porapití, der Schamane, alles sehen konnte. Er würde längst vom Verlust der Tochter wissen.

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Warum die Tenharim die Vielehe aufgegeben haben

‚Tayrí sagt, er ist 64 Jahre alt, aber in Wahrheit muss er älter sein. Vor der Transamazônica liefen die Jäger viel längere Wege im Wald, sagt Tayrí, und es gab noch keine Motoren für die Boote. Sein Vater zeigte ihm, wie man einen Einbaum aushöhlt und Ruder schnitzt, dann fuhren sie zur Jagd. Kwa’hã hat zu Tayrí gesagt: Du musst stark sein, darfst dich nicht hängen lassen! Du sollst eine Frau finden, willst du etwa keine Wildschweine für sie jagen?

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