Madarejúwas Entscheidung

Der Letzte Herr des Waldes als Radiofeature beim Deutschlandfunk

Madarejúwa Tenharim, 23 Jahre alt, ist ein junger Krieger seines Volkes, und er steht vor der Entscheidung seines Lebens. Soll er versuchen, sein Land zu verteidigen? Oder soll er aufgeben, in die Stadt ziehen, eine Schulbildung abschließen und einen Job suchen?

Ein neues Radiofeature beim Deutschlandfunk, das am 18.1.2019 erstmals ausgestrahlt wird, basiert auf den Recherchen für das Buch „Der letzte Herr des Waldes“. Fans des Buches bekommen eine Menge bisher unveröffentlichtes Material zu hören: Viele Klänge aus dem Wald der Tenharim, aus dem Dorf Marmelos und die Erzählungen von Madarejúwa und seiner Familie im O-Ton.

Buch: Thomas Fischermann. Regie: Matthias Kapohl. Redaktion: Tina Klopp.

Buchparty im Marmelos-Dorf

Thomas Fischermann, am 15. November 2018:

Ein Wiedersehen mit den Tenharim: Meinen Kooautor Madarejúwa hatte eine Malaria-Infektion ausgeknockt, aber ich konnte ihn kurz treffen – und danach endlich einmal unser Buch in aller Ausführlichkeit und mit einigen Übersetzungen ins Portugiesische am Rio Marmelos vorstellen. Große Party!

Das Interview mit dem WDR

„Was können wir von den Tenharim denn lernen?“ Auf WDR5 wurde der Autor Thomas Fischermann heute ausführlich interviewt. Eine Seite zum Beitrag samt Automitschnitt gibt es hier.

 

Isoliert von der Außenwelt, nackt im Wald

„Lange hat mein Volk ein Geheimnis gehütet. Doch die Häuptlinge
haben entschieden, dass ich mit dir darüber reden darf. Auf unse­rem Land, noch hinter dem Kastanienhain von São Luis, leben einige Tenharim wie in der alten Zeit. Wir glauben, dass sie ohne Kleider im Wald herumlaufen. Sie ziehen als Nomaden umher und leben von der Jagd. Nie bleiben sie dauerhaft an einem Ort, vielleicht ein, zwei oder drei Monate lang. Wenn sie jagen, legen sie weite Wege zurück, viel größere Strecken als heutzutage wir. So war das alte Leben der Tenharim.“

Madarejúwa Tenharim

 

Stimmt die Geschichte, die Madarejúwa hier im Buch erzählt? Gleich war klar, dass diese Information über die «Unkontaktierten» auf dem Gebiet der Tenharim mit etwas Vorsicht zu genießen war. Es gibt keinen eindeutigen Beweise dafür, dass diese Gruppe bis heute noch lebt. Vorsicht ist deswegen angebracht, weil die Häuptlinge im Au­genblick ja ein politisches Interesse daran hätten, ein schützenswertes Mini­volk auf ihrem Gelände herbeizureden. Sie könnten sich davon Unterstützung von Seiten der Behörden erhoffen. Bei anderen Völ­kern in anderen Kontexten hat sich das als hilfreiches Druckmittel er­wiesen.

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