Ich bin Madarejúwa

Ich bin Madarejúwa, ein Krieger vom Volk der Tenharim. Den gleichen Namen haben andere Männer vor mir getragen, große Jäger, weise Häuptlinge und Eroberer. Ich bin stolz darauf, es ist ein guter Name. Die Tenharim haben viele Kriege geführt und stets gewonnen. Heute sind unsere Gegner die Weißen.

Nein, nicht du. Nicht alle. Du bist ein Gringo, nicht von hier. Ich spreche von den Weißen, die eine Straße durch unser Land gebaut haben, über die Gräber unserer Toten hinweg. Jetzt drin­gen sie wieder ein und fällen die Bäume. Sie quälen die Tiere und schürfen im Boden nach Metall.

Wir werden uns wehren. Ich werde mich wehren. Ich bin ein­undzwanzig Jahre alt und bereit, für die Verteidigung meines Volkes zu sterben.

Über das Buch

‚Ein sehr bewegendes Buch‘

Stephan Klemm, Kölner Stadt-Anzeiger

 

‚Es ist ein großartiges, weises Buch geworden, erzählt aus der Perspektive des jungen Mannes Madarejúwa Tenharim, der versucht, mit seinem Volk zu überleben.‘

Martin Kaul, Redakteur der taz

 

‚Es ist die Geschichte eines bedrohten Volkes. Einst umfasste es mehr als 10.000 Menschen, heute leben noch 900. Ihr Reservat ist so groß wie Schleswig-Holstein, doch von überall dringen Goldschürfer, Holzfäller und Farmer ein.‘

David Klaubert, FAZ Magazin

 

‚Was nach Grimms Märchen, Avatar oder Lederstrumpf klingt, ist der Titel eines alles andere als romantischen Dokumentarbuches. Beschrieben wird das Leben eines mit der Natur auf Du und Du stehenden Bewohners des Amazonas-Urwaldes.‘

Max Moor, ARD (Das Erste)

 

‚Das Buch des deutschen Journalisten Thomas Fischermann ist auch ein Weckruf … Es ist kein verklärter, sondern ein nüchterner Blick, ein Heimatbuch der anderen Art‘. 

Georg Ismar, Deutsche Presse-Agentur 

 

„Der letzte Herr des Waldes“ ist … ein Buch, das ich hier nicht nur vorstellen möchte, sondern das meiner Meinung nach auf jeden Fall zu den Büchern gehört, die es wert sind, von so vielen Menschen wie möglich gelesen zu werden. … Selten komme ich so schnell zu einem solchen Resultat.‘

Andrea Daniel, BücherKaterTee

‚Ein zutiefst menschliches Buch‘

Maicke Mackerodt, ORF

 

‚Thomas Fischermann gibt in diesem Buch den Tonfall des jungen Kriegers, seine lakonischen Bemerkungen und die sich in Nebensätzen offenbarenden Weisheiten so authentisch wieder, dass man die Geräusche des Dschungels im Hintergrund mitzuhören glaubt.‘

Susanne Rikl, Gute Bücher Lesen

 

‚In dem Buch stecken unglaublich viele Stunden Interview, insgesamt entstanden über mehrere Jahre. … Ehrlich gesagt hat mich das Buch beim Lesen auch ein bisschen traurig gemacht. Der Herr des Waldes – der ja zu verschwinden droht.‘

Petra Rieß, NDR-Hörfunk

 

‚Wie kann man eine untergehende Welt verstehen? 2013 schickte das ZEITmagazin Thomas Fischermann ins Amazonas­gebiet, um über den Konflikt zwischen weißen Baumfällern und dem Volk der Tenharim zu berichten. Mehrere Tage benötigte Fischermann, um vom ZEIT-Büro in Rio de Janeiro aus anzureisen. Die Begegnung mit einem jungen Indianer­krieger ließ ihn nicht mehr los.‘

Die ZEIT

 

‚Im Amazonas-Regenwald tobt die Kettensäge, und der Herr der Wälder und des Wassers ist machtlos.‘

Der Tagesspiegel

 

Wer ist der „Letzte Herr des Waldes“?

Der junge Krieger Madarejúwa Tenharim ist einer der letzten Wächter des Amazonaswaldes. Sein traditionsreiches Volk umfasste einmal mehr als 10.000 Menschen, ist aber auf knapp 1000 geschrumpft. Auf einer Expedition durch den Amazonas ist ihm der ZEIT-Journalist Thomas Fischermann zum ersten Mal begegnet. Seither ist er immer wieder in diese Gegend gereist, wurde zu den Heiligen Stätten des Volkes geführt, hat am Leben der Tenharim teilgenommen und hunderte Stunden Interviews geführt und aufgezeichnet – mit Madarejúwa selbst den Häuptlingen, Heilern und den Stammesältesten.

Dieses Buch erzählt Madarejúwas Geschichte. Es geht auf die Jagd nach Wildschweinen und Affen, in den Kampf mit Jaguaren und Anakondas, an mystische Stätten zu Ritualen und Festen.

Die Streifzüge mit Madarejúwa machen begreifbar, was der Wald für den jungen Mann und sein Volk bedeutet: Wenn die Natur stirbt, dann sterben auch sie. Aus dem Wald beziehen sie ihre Nahrung, ihre Naturheilmittel, ihre Identität und Spiritualität.

Aus erster Hand erfahren wir von einem uralten Verständnis der Balance zwischen Mensch und Natur.

NEWS

Wie man mit einer Anakonda kämpft

„In meiner Familie gibt es nur einen Mann, der eine Begegnung mit einer Anakonda überlebt hat. Mein Urgroßvater Mohã erzählt seine Geschichte häufig. Auch andere Mitglieder meines Volkes haben schon mit Riesenschlangen gekämpft, aber das waren nur Sucuri, die sind dünn und werden vielleicht 25 Meter lang. Ab drei Meter Länge können Riesenschlangen einen Menschen …

Rezension in der F.A.Z.

„Madarejúwa schildert seine Welt so, wie er sie selber sieht. Auf diese Weise entsteht das Bild eines Amazonasvolkes, das nicht den heute gängigen Stereotypen folgt.“ Prof. Karl-Heinz Kohl hat für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen den „Letzten Herrn des Waldes“ rezensiert.

Globo, SWR und ZDF: Neue Berichte in den Medien

„Das Volk der Tenharim hat eine Botschaft für uns“: Das war der Tenor einer Reihe von Interviews und Medienbeiträge über den Letzten Herrn des Waldes in der vergangenen Woche. Das ZDF-Mittagsmagazin (hier klicken für einen Link zum Beitrag) führte ein ausgiebiges Gespräch mit dem Autor Fischermann und zeigte eine Reihe von Clips und Fotos aus …

TERMINE

18. April 2018

  • SWR2-Hörfunk: Die Lebensgeschichte von Madarejúwa Tenharim in der Sendung Tandem

    18. April 2018  19:00 - 20:00
    https://www.swr.de/swr2/Tandem

    https://www.swr.de/swr2/Tandem

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19. April 2018

  • "Der letzte Herr des Waldes": Buchvorstellung im ZDF Mittagsmagazin

    19. April 2018  13:00 - 14:00

    https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mittagsmagazin

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23. April 2018

  • "Der letzte Herr des Waldes": Eine Buchvorstellung im ZDF-Vormittagsprogramm (ab 9 Uhr)

    23. April 2018  09:00 - 10:00
    https://www.zdf.de/live-tv

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29. April 2018

  • "Der letzte Herr des Waldes" auf Radio Bremen 2: Kristin Hunfeldt diskutiert mit Thomas Fischermann über das Buch

    29. April 2018  16:00 - 16:45
    http://www.radiobremen.de/bremenzwei/index.html

    http://www.radiobremen.de/bremenzwei/index.html

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6. Mai 2018

  • Buchvorstellung in Bern: Eine Lesung aus "Der letzte Herr des Waldes" im Zentrum Paul Klee

    6. Mai 2018  13:00 - 15:00
    Zentrum Paul Klee Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern, Schweiz

    https://www.zpk.org/de/

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„Die Natur braucht die Menschen“

„Ich glaube, die Natur braucht die Menschen, damit wir uns um sie kümmern. Sie belohnt uns dafür, wenn wir es tun. Wir sitzen hier unter einem Baum, weil der Baum uns Schatten spendet. 

Unter einem Baum weht ein besonderer Wind, der Baum kühlt die Menschen ab und gibt ihnen eine tiefe Ruhe. Ein Mensch spürt, wenn er unter einem Baum sitzt, nirgendwo anders hat man dieses Gefühl. Es ist der beste Ort, um eine Hängematte aufzuspannen.

Die Tenharim beschützen die Bäume seit Beginn der Welt.“

Madarejúwa Tenharim, im September 2016

Magst du mir folgen? Hier entlang. Ich will dir etwas zeigen. Du musst aber tun, was ich dir sage. Vertraust du mir? Gut. Sei still, ganz leise. Mach einen Schritt nach vorn und bleib dann stehen. Beweg dich nicht mehr. Spann deine Muskeln an und halte den Atem an. Jetzt sag mir, wo du hier bist.

Du steht auf einer Waldlichtung, ja, da hast du recht. Aber hast du auch die Affen bemerkt? Richtig, da oben, dort sitzt einer von ihnen. Ich schon elf in drei Gruppen gezählt. Ein starker Geruch liegt in der Luft, ein wenig bitter, das ist Wildschwein, riechst Du es auch? Wir können seine Spur verfolgen und es jagen gehen.

Wenn du still wirst, kannst du alles wissen. Dann hat der Wald keine Geheimnisse vor dir. Aber ich glaube, du bist noch taub und blind. Du atmest laut, riechst stark. Der Boden zittert, wenn deine Füße ihn berühren.

Lass uns weitergehen. Vielleicht kannst du noch lernen. Lauf hinter mir und schau dir ab, wie man sich im Wald bewegt. Kannst du die Füße abrollen, leise, sieh her, so wie ich?

Lass mich pfeifen, das Volk der Tenharim kennt die Sprache der Tiere. Piu-u-u-u-ieeeee! Dann werden sie antworten und wir können mehr über sie erfahren. Hörst du? Einer pfeift zurück. «Amigo» hat er gesagt. Ha! Das muss dir gegolten haben. Der Affe da oben ist dein Freund.

Ein Hirsch war hier, er hat an der Wasserstelle getrunken. Vorne im Gebüsch sitzt ein Gürteltier. Mach dir keine Sorgen, nichts Gefährliches droht dir an diesem Ort. Der Boden ist sauber, die Adler stehen am Himmel. Hier wirst du mitten am Tag keiner Schlange begegnen.

Unsere Ahnen aus der älteren Zeit haben nie die Schlangen um­gebracht. Sie haben stets gewartet, bis sie wieder verschwanden. Ein totes Tier vergiftet den Boden und das Wasser, das gilt für die Anakonda und für jedes Tier. Der einzige Grund, ein Tier zu töten, ist, wenn man einen Gebrauch dafür hat oder wenn man sich ver­teidigen muss.

Wir Tenharim essen keine Anakondas, wir können sie trotzdem gebrauchen. Aus toten Schlangen schaben wir das Fett heraus. Die Tenharim gewinnen daraus eine Medizin. Das Öl einer Anakonda kannst du auf eine Wunde auftragen, dann schließt sie sich sofort. Wir lassen das Fett in einer Pfanne aus und befüllen damit Fläschchen aus Glas, die wir von den Weißen haben.

Warum wir das Öl nicht verkaufen, fragst du? Warum wir kein Geld damit verdienen? Ich bin dir nicht böse für deine Frage. Du kannst nicht wissen, dass es eine falsche Frage ist. Mein Volk läuft nicht durch den Wald und tötet die Tiere, um Stücke von ihnen zu verkaufen. Was von unseren Tieren kommt, ist nur für den eige­nen Gebrauch.

Schau her, mein Großvater hat ein Fläschchen mit Anakonda­ Öl. Du darfst es nicht mitnehmen, aber er zeigt es dir. Anakonda-Ö­l muss klar und durchsichtig sein. Rieche daran, du wirst mer­ken, dass Anakonda-­Öl keinen Geruch hat. Aber es wirkt. Ich trage dir etwas auf, halte deine Handflächen nach oben, so. Du hast eine Wunde am Arm. Sie wird jetzt heilen.

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