Warum die Tenharim die Vielehe aufgegeben haben

‚Tayrí sagt, er ist 64 Jahre alt, aber in Wahrheit muss er älter sein. Vor der Transamazônica liefen die Jäger viel längere Wege im Wald, sagt Tayrí, und es gab noch keine Motoren für die Boote. Sein Vater zeigte ihm, wie man einen Einbaum aushöhlt und Ruder schnitzt, dann fuhren sie zur Jagd. Kwa’hã hat zu Tayrí gesagt: Du musst stark sein, darfst dich nicht hängen lassen! Du sollst eine Frau finden, willst du etwa keine Wildschweine für sie jagen?

Tayrí ist der einzige Tenharim, der zwei Frauen hat. Er sagt, dass die jungen Leute das schleifen lassen. Ein Tenharim-Mann darf sogar vier Frauen haben, dann muss er ein guter Jäger sein und die ganze Familie versorgen. Tayrí sagt, so ist unsere Kultur.

Aber keiner hat heute mehr zwei Frauen, nur Tayrí. Die Kinder müssen in die Schule geschickt werden, man braucht Essen, Kleider und Medizin für alle, das Jagen im Wald löst allein die Probleme nicht. Zwei Frauen zu haben kostet zu viel Geld. Das sagen die Männer, die schon Familien haben, sie wollen nicht nochmal heiraten. Ich glaube, ihre Frauen erlauben es ihnen auch nicht.‘

Madarejúwa Tenharim