Wie man mit einer Anakonda kämpft

Madarejúwas Großvater Mohã hat die Begegnung überlebt

„In meiner Familie gibt es nur einen Mann, der eine Begegnung mit einer Anakonda überlebt hat. Mein Urgroßvater Mohã erzählt seine Geschichte häufig. Auch andere Mitglieder meines Volkes haben schon mit Riesenschlangen gekämpft, aber das waren nur Sucuri, die sind dünn und werden vielleicht 25 Meter lang. Ab drei Meter Länge können Riesenschlangen einen Menschen töten. Sie umschlingen ein Bein und ziehen ihn unter Wasser, oft hunderte Meter weit bis zu ihrem Loch. Sucuris haben Muskeln überall, sie krümmen sich und strecken sich, können weich und geschmeidig werden, aber auch ganz hart.

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„Die Weißen machen Fehler“: Ein Interview mit Madarejúwa

Thomas Fischermann sprach mit Madarejúwa Tenharim zuletzt im August 2017, um letzte Fragen zum Manuskript zu klären. Er führte dabei dieses kurze Interview.

Frage: Viele Menschen in Deutschland werden bald lesen, was wir zusammen geschrieben haben. Welche Hoffnungen verbindet das Volk der Tenharim mit dieser Veröffentlichung?

Madarejúwa: Ich hoffe, dass die Menschen unser Volk und seine Geschichte besser kennen lernen. Sie sollen verstehen, dass wir eine lange Geschichte und eine lange Tradition haben. Wir beschützen den Amazonaswald, und deswegen geraten wir in Konflikte mit anderen. Das sollen die Leute wissen, statt nur schnell anhand von aktuellen Ereignissen in den Nachrichten zu urteilen …

Der große Tenharim-Vokabeltrainer

Pater Thomas liest im Marmelosdorf die Bibel in der Tenharim-Sprache vor …

Junge Tenharim sprechen heute quasi alle Portugiesisch. Das ist aber nicht die erste Sprache, die sie erlernen. Ihre eigentliche Muttersprache heißt „Kagwahiva“ und ist ein Dialekt des im Amazonasgebiet weitverbreiteten Tupí-Guarani. Auch im Alltag verwenden die Tenharim untereinander im Zweifel ihre eigene Sprache.

Einige Wörter des Tenharim-Dialekts kommen im Buch vor. Ein deutschsprachiger Leser kann sie so aussprechen, wie es sich liest. „A“ wie in „Adler“, „E“ wie in „ebenso“, „I“ wie in Wind, „O“ wie in „Wort“, „U“ wie in „Frucht“.

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Der Segen des Iguaí

Morgen ist der offizielle Erscheinungstag. Der „Letzte Herr des Waldes“ kommt in den Buchhandel  und wird bei der Leipziger Buchmesse anzuschauen sein (Verlag und Autor stellen das Buch dort vor).

Ich habe die Tenharim gefragt, was sie sich von der Veröffentlichung erhoffen. Verbinden Sie bestimmte Erwartungen damit? Glauben sie, dass Leser aus Deutschland von ihrem untergehenden Stück Wald hören werden und irgendwelche Wege finden, um ihnen zu helfen?

Ich habe Kopfschütteln geerntet, von den Häuptlingen, Ältesten und auch von meinem Koautoren Madarejúwa. Die Tenharim sind stolz. Auf solche Hilfe seien sie nicht angewiesen, bedeuteten sie mir. „Ich hoffe, dass die Menschen unser Volk und seine Geschichte besser kennen lernen“, sagte Madarejúwa. „Sie sollen verstehen, dass wir eine lange Geschichte und eine lange Tradition haben. Wir beschützen den Amazonaswald, und deswegen geraten wir in Konflikte mit anderen. Das sollen die Leute wissen.“

Iguaí, einer der ältesten Einwohner im Marmelosdorf, hat das Buch anschließend gesegnet. Er spielte auf der Flöte und wünschte (in der Stammessprache der Kagwahiva-Indianer) alles Gute für das Buch und für seine Leser im fernen Deutschland.

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https://youtu.be/YKmj02nc8Nk

Preview in English

Since last week, I have received a lot of requests for a translated version of the book … I am sorry, there is none. But we did a rough-and-ready translation of the preview piece that appeared in today’s Die ZEIT. Here goes!

The last Guardian of the Forest

Our author Thomas Fischermann went to meet an endangered Amazonian people. The young warrior Madarejúwa Tenharim explained to him how man and nature can live in harmony. He wants to defend his home to the death

I did not look happy when I ate the monkey. “Here, have an arm”, my companion said. “It is really well done. Get rid of the black crust on the outside first. Do you want manioc flour to go with that? Please, don’t give me that look!”

Madarejúwa Tenharim, my host in the Amazonian forest, was 20 years old at the time. The young warrior was proud to serve a feast to his guest from faraway Germany. All day long, he had been making a big secret out of what the plastic bag he was carrying around. What kind of treasure might be inside? When the sun set, his secret was revealed.

„We are going to have a barbecue. I have a surprise. I have hunted a monkey for us. It is a capuchin monkey, a female. Good barbecue material.”

We had set up our hammocks for a night by Rio Marmelos, between the trees of an old castanhal, for hours away from the closest village. One of those cold and wet Amazonian nights had begun, and we sat close to the fire where our monkey was being grilled.

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