Madarejúwa Tenharim: Die Filmkritik

Cowboys und Indianer: Einige Tenharim-Familien an der Durchfahrtstraße haben sogar Fernsehen

„Batman“? Nein, kenne ich nicht. „Star Wars“? Habe ich schon gesehen. Jetzt fragst du auch noch, welche Folge davon! Was, es gibt sieben „Star-Wars“-Filme? Ich erinnere mich nicht daran, ob es die Folge mit den Robotern und den Sturmtruppen war. Vielleicht habe ich doch keinen „Star-Wars“-Film gesehen. Ich habe davon gehört. „Star Trek“? Vielleicht. Vielleicht habe ich „Star Trek“ gesehen. Seit ich ein Kind bin, schaue ich mir Filme im Fernsehen an, wenn wir im Dorf sind und nicht auf der Jagd. Mein Lieblingsfilm? Immer fragst du, was mein Lieblings-Dies und mein Lieblings-Das ist. Ich habe so etwas nicht. Ich sehe, was gerade läuft. Meistens schaue ich überhaupt nichts an. Länger als eine Stunde halte ich es vor einem Fernseher nicht aus.

Mir ist etwas eingefallen. Ich habe doch einen Lieblingsfilm. Er heißt: „Die Maske“. Es ist kein brasilianischer Film. „Die Maske“ macht lustige Sachen. Es geht um einen Mann, der eine Maske gefunden hat. Die Maske verleiht ihm die Macht, sich zu verwandeln. Mit der Maske kann er werden, was er will!

Ich weiß nicht, wo der Mann lebt. Er lebt in einer Stadt. Welche, das ist seine Sache. Die Maske hat er im Müll gefunden, und jetzt verwandelt er sich in Tiere, in andere Menschen, in verrückte Figuren, was immer er will. Anfangs wusste der Mann nicht, dass er sich verwandeln konnte, er kannte die Macht der Maske noch nicht. Später hat er sie jeden Tag benutzt. Wenn er die Maske absetzt, wird er wieder ein normaler Mensch. Dann hat er wieder Kontrolle.

Einmal hat „Die Maske“ sich in einen Wolf verwandelt. Er öffnete seine Tür und trat in die Stadt. Er spielte Streiche, ging sogar in eine Schule hinein. Ein Wolf ist ein gefährliches Tier, aber in dem Film brachte er die Menschen nur zum Lachen. Niemand wurde verletzt. Ich glaube, dass „Die Maske“ mehr etwas für Kinder ist. Wenn die Geschichten Wirklichkeit wären, fände sie wohl niemand lustig. Aber sie sind nicht real, es ist ein Film. In den Filmen wird die Wirklichkeit vorgespielt.

Handyeinsatz beim Mbotava-Fest

Ich erinnere mich an den Film „Avatar“. Er hat mir gefallen, vielen hier gefiel er gut. Ich glaube, der Film passt zu unserer Kultur. Die Avatar-Menschen haben Pfeile. Sie sind ein Volk und verteidigen sich. Die Soldaten kommen auf ihr Land und wollen es einnehmen, aber ich weiß nicht mehr, wie und warum. Vielleicht wollen sie etwas bauen oder Bodenschätze gewinnen. Die Avatar-Menschen hatten nur Pfeile, aber die Soldaten brachten Eisenpanzer und Bomben, sie waren besser ausgestattet. Trotzdem haben die Avatar-Menschen gewonnen. Ich glaube, es hat sie stark gemacht, dass sie schon seit vielen Jahren an diesem Ort zusammenlebten. Es gab auch einen Weißen, der ihnen geholfen hat. Ich glaube, der Weiße sah, dass die Avatar-Menschen gut waren.

„Spiderman“ habe ich auch gesehen. Daran gefiel mir nichts. Ich glaube nicht, dass eine Spinne einen Menschen beißt und dass der Mensch dann zur Spinne wird. Bei uns gibt es viele Spinnen im Wald. Wenn man gebissen wird, entsteht eine Wunde, die sehr lange schmerzt. Es kommt auf die Spinne an. Aber man verwandelt sich nicht. Die Geschichte in dem Film ergibt keinen Sinn. Ich weiß, dass alles in den Filmen erfunden ist, aber „Spiderman“ war mir zu blöd.‘

Madarejúwa Tenaharim, am 5. Oktober 2016 im Dorf Marmelos