Der große Tenharim-Vokabeltrainer

Pater Thomas liest im Marmelosdorf die Bibel in der Tenharim-Sprache vor …

Junge Tenharim sprechen heute quasi alle Portugiesisch. Das ist aber nicht die erste Sprache, die sie erlernen. Ihre eigentliche Muttersprache heißt „Kagwahiva“ und ist ein Dialekt des im Amazonasgebiet weitverbreiteten Tupí-Guarani. Auch im Alltag verwenden die Tenharim untereinander im Zweifel ihre eigene Sprache.

Einige Wörter des Tenharim-Dialekts kommen im Buch vor. Ein deutschsprachiger Leser kann sie so aussprechen, wie es sich liest. „A“ wie in „Adler“, „E“ wie in „ebenso“, „I“ wie in Wind, „O“ wie in „Wort“, „U“ wie in „Frucht“.

Eine Tilde ~ markiert einen Nasallaut, der für deutsche Zungen etwas gewöhnungsbedürftig ist, und das Zeichen „‘“ in der Mitte eines Wortes signalisiert einen kleinen Stopp mit Stimmverschluss. Das ist gar nicht so exotisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. In deutschen Wörtern wie „Spiegelei“ oder „ver-eist“ kommt diese so genannte Glottisschlag ebenfalls vor.

… die vor Jahrzehnten von zwei Missionarinnen aus Nordamerika übersetzt wurde.

Hier folgt eine kleine, beispielhafte Auswahl von Worten aus der Sprache Madarejúwas:

 

anhağa: Geist eines Toten, meist bösartig

 

arakurivahyga : Traditionell gefertigter Rucksack, der mit Latexflüssigkeit wasserdicht gemacht wird

 

arua : großer, schwarzweißer, essbarer Frosch

 

ay’vikujuhua : Nieselregen

 

ejua : Honig

 

endypu : Der Moment, in dem ein Feuer entfacht wird

 

garamo : Wieso denn das jetzt?

 

gwararu’iuhua : Ein Loch im Wald, das gegraben wird, um Wasser zu gewinnen

 

ğwa’ğwa: Der Ruf des Adlers

 

hoagwera : alter Pfad im Wald

 

Iii! : Wow!

 

ingaruru’ia : Wauwau (Kinderbegriff für einen Hund)

 

ita: Stein

 

jaytataveravuhua : Sternenhimmel

 

jytykygwyva : Pfeilgift

 

kambapua : Behälter für die Maissamen, die in der kommenden Saison ausgesät werden sollen. Aus der Schale einer getrockneten kürbisartigen Frucht gemacht

 

kopyahua : Ein frisch geklärtes Stück Wald, das jetzt als Feld bepflanzt wird

 

koty koty : Lautmalerei für eine wandernde Schildkröte

 

kunhay’yvahua : Frau, die mit Pfeil und Bogen Menschen töten kann

 

kwarahyuhua : Sonne, die nach dem Regen hervorbricht

 

mbahiranohombogwerahava : Fiebermittel

 

morağwana : Geistererscheinung, die vor dem nahenden Tod warnt

 

nhaypytuna : Dunkle Nacht ohne Mond

 

nhini : Lautmalerei für einen fliegenden Pfeil

 

paji : zaubern, auf okkulte Weise heilen oder schädigen

 

pira : Fisch

 

pirakwera’ğa: Ein legendäres, seejungfrau-artiges Geschöpf in den Flüssen

 

piranhuhũa: Piranha-Raubfisch

 

tatatiğuhũa : Feuerrauch

 

xambu : Arschbombe

 

xao : Geschnatter erschrockener Affen

 

yharaji : Bootsfahrt

 

yvypykwera : Baumstumpf

 

yvytyrapinuhũa : Steiles Ufer

 

ytiğuhũa: Strand