Madarejúwas Entscheidung

Der Letzte Herr des Waldes als Radiofeature beim Deutschlandfunk

Madarejúwa Tenharim, 23 Jahre alt, ist ein junger Krieger seines Volkes, und er steht vor der Entscheidung seines Lebens. Soll er versuchen, sein Land zu verteidigen? Oder soll er aufgeben, in die Stadt ziehen, eine Schulbildung abschließen und einen Job suchen?

Ein neues Radiofeature beim Deutschlandfunk, das am 18.1.2019 erstmals ausgestrahlt wird, basiert auf den Recherchen für das Buch „Der letzte Herr des Waldes“. Fans des Buches bekommen eine Menge bisher unveröffentlichtes Material zu hören: Viele Klänge aus dem Wald der Tenharim, aus dem Dorf Marmelos und die Erzählungen von Madarejúwa und seiner Familie im O-Ton.

Buch: Thomas Fischermann. Regie: Matthias Kapohl. Redaktion: Tina Klopp.

Das Interview mit dem WDR

„Was können wir von den Tenharim denn lernen?“ Auf WDR5 wurde der Autor Thomas Fischermann heute ausführlich interviewt. Eine Seite zum Beitrag samt Automitschnitt gibt es hier.

 

Madarejúwa im O-Ton auf WDR3

Das WDR-Bücherprogramm „Gutenbergs Welt“ hat heute eine kleine Reportage über den „Herrn des Waldes“ ausgestrahlt – komplett mit O-Tönen aus dem Urwald und Interviews mit Madarejúwa. Hier im Podcast nachhörbar!

Krieg in den Träumen

Die alte Frau Tu’a aus der Schamanenfamilie

‚Die Pajés der Völker begannen, einen Krieg zu führen. Sie kämpften in ihren Träumen, im Gespräch mit den Geistern. Nie haben sie ihre Gegner gesehen, aber trotzdem ging es um Leben und Tod.

Bei einem Krieg unter Zauberern ist es so: Der mit der schwächeren Seele muss als Erster sterben. Ein böser Zauberer kann viel Schaden anrichten. Er kann die Menschen töten, er kann sogar ein Haus über große Distanz zerstören, nur mit der Kraft seiner Gedanken.

Für unsere Pajés war es schwierig, denn die Schamanen der Jiahui kannten viele Tricks. Sie kamen nicht in Menschengestalt, um die Haare der Verwandten zu rauben, sondern verwandelten sich bei Nacht in Fledermäuse. Um den bösen Zauber zu entlarven, um in das Dorf der Jiahui zu blicken und ihre Pläne zu sehen, taten unsere Pajés das Gleiche. Auch bei den Tenharim beherrschten einige die schwarze Zauberkunst. Sie träumen mit den Geistern und nahmen Tiergestalt an. So belauschten sie die Jiahui und warnten ihr Volk vor den Listen der Feinde.

Da begann die Zeit, in der die Tenharim mit geschorenen Köpfen herumliefen. Nach dem Rasieren vergruben sie die Stoppel in der Erde oder warfen sie in den Fluss. Das war eine Strategie, die die Pajés unseren Kriegern empfahlen. Die Jiahui liefen schon viele Jahre lang mit rasierten Köpfen herum. Die Verwandten hatten sich immer gefragt, warum!‘

Madarejúwa Tenharim