Wie man mit einer Anakonda kämpft

Madarejúwas Großvater Mohã hat die Begegnung überlebt

„In meiner Familie gibt es nur einen Mann, der eine Begegnung mit einer Anakonda überlebt hat. Mein Urgroßvater Mohã erzählt seine Geschichte häufig. Auch andere Mitglieder meines Volkes haben schon mit Riesenschlangen gekämpft, aber das waren nur Sucuri, die sind dünn und werden vielleicht 25 Meter lang. Ab drei Meter Länge können Riesenschlangen einen Menschen töten. Sie umschlingen ein Bein und ziehen ihn unter Wasser, oft hunderte Meter weit bis zu ihrem Loch. Sucuris haben Muskeln überall, sie krümmen sich und strecken sich, können weich und geschmeidig werden, aber auch ganz hart.

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Der große Tenharim-Vokabeltrainer

Pater Thomas liest im Marmelosdorf die Bibel in der Tenharim-Sprache vor …

Junge Tenharim sprechen heute quasi alle Portugiesisch. Das ist aber nicht die erste Sprache, die sie erlernen. Ihre eigentliche Muttersprache heißt „Kagwahiva“ und ist ein Dialekt des im Amazonasgebiet weitverbreiteten Tupí-Guarani. Auch im Alltag verwenden die Tenharim untereinander im Zweifel ihre eigene Sprache.

Einige Wörter des Tenharim-Dialekts kommen im Buch vor. Ein deutschsprachiger Leser kann sie so aussprechen, wie es sich liest. „A“ wie in „Adler“, „E“ wie in „ebenso“, „I“ wie in Wind, „O“ wie in „Wort“, „U“ wie in „Frucht“.

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Der Segen des Iguaí

Morgen ist der offizielle Erscheinungstag. Der „Letzte Herr des Waldes“ kommt in den Buchhandel  und wird bei der Leipziger Buchmesse anzuschauen sein (Verlag und Autor stellen das Buch dort vor).

Ich habe die Tenharim gefragt, was sie sich von der Veröffentlichung erhoffen. Verbinden Sie bestimmte Erwartungen damit? Glauben sie, dass Leser aus Deutschland von ihrem untergehenden Stück Wald hören werden und irgendwelche Wege finden, um ihnen zu helfen?

Ich habe Kopfschütteln geerntet, von den Häuptlingen, Ältesten und auch von meinem Koautoren Madarejúwa. Die Tenharim sind stolz. Auf solche Hilfe seien sie nicht angewiesen, bedeuteten sie mir. „Ich hoffe, dass die Menschen unser Volk und seine Geschichte besser kennen lernen“, sagte Madarejúwa. „Sie sollen verstehen, dass wir eine lange Geschichte und eine lange Tradition haben. Wir beschützen den Amazonaswald, und deswegen geraten wir in Konflikte mit anderen. Das sollen die Leute wissen.“

Iguaí, einer der ältesten Einwohner im Marmelosdorf, hat das Buch anschließend gesegnet. Er spielte auf der Flöte und wünschte (in der Stammessprache der Kagwahiva-Indianer) alles Gute für das Buch und für seine Leser im fernen Deutschland.

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https://youtu.be/YKmj02nc8Nk