Krieg in den Träumen

Die alte Frau Tu’a aus der Schamanenfamilie

‚Die Pajés der Völker begannen, einen Krieg zu führen. Sie kämpften in ihren Träumen, im Gespräch mit den Geistern. Nie haben sie ihre Gegner gesehen, aber trotzdem ging es um Leben und Tod.

Bei einem Krieg unter Zauberern ist es so: Der mit der schwächeren Seele muss als Erster sterben. Ein böser Zauberer kann viel Schaden anrichten. Er kann die Menschen töten, er kann sogar ein Haus über große Distanz zerstören, nur mit der Kraft seiner Gedanken.

Für unsere Pajés war es schwierig, denn die Schamanen der Jiahui kannten viele Tricks. Sie kamen nicht in Menschengestalt, um die Haare der Verwandten zu rauben, sondern verwandelten sich bei Nacht in Fledermäuse. Um den bösen Zauber zu entlarven, um in das Dorf der Jiahui zu blicken und ihre Pläne zu sehen, taten unsere Pajés das Gleiche. Auch bei den Tenharim beherrschten einige die schwarze Zauberkunst. Sie träumen mit den Geistern und nahmen Tiergestalt an. So belauschten sie die Jiahui und warnten ihr Volk vor den Listen der Feinde.

Da begann die Zeit, in der die Tenharim mit geschorenen Köpfen herumliefen. Nach dem Rasieren vergruben sie die Stoppel in der Erde oder warfen sie in den Fluss. Das war eine Strategie, die die Pajés unseren Kriegern empfahlen. Die Jiahui liefen schon viele Jahre lang mit rasierten Köpfen herum. Die Verwandten hatten sich immer gefragt, warum!‘

Madarejúwa Tenharim

„Ein Fest für alle Menschen“

‚Heute ist der Beginn des Festes, den ganzen Tag über kommen noch Jägergruppen an. Im Wald und an den Flüssen hat jedes Dorf seinen eigenen Sammelpunkt, und wenn der letzte Jäger ihn erreicht, brechen sie nach Marmelos auf. Die meisten fahren mit Booten, andere gehen über die Straße, von weitem kannst du ihre Flöten hören.

Topeí steht am Ufer, er spielt das Lied für die Ankunft auf der jiru’a. «Er ist ein guter Jäger / Er kehrt von der Jagd zurück/Unserem Dorf bringt er einen großen Tapir/Der Jäger hat seinen Teil getan/Er soll sich ausruhen und mit uns feiern.»

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Megadämme am Amazonas auf arte

Aus der arte-Redaktion ist gerade ein Programmhinweis für den Juli hereingeflattert: Der Sender strahlt demnächst eine große Dokumentation über die verheerenden Zerstörungen aus, die der Bau großer Staudämme im Amazonasgebiet bei den Menschen und in der Natur hinterlässt. Sehr sehenswert! Das Volk der Munduruku, von dem hier vorwiegend die Rede ist, ist Nachbarn mit den Tenharim.

Informationen hier: https://info.arte.tv/de/brasilien-im-schatten-der-mega-daemme

 

„Der letzte Herr des Waldes“ im Talk mit Thees

Das hat Spaß gemacht: Fast eine Stunde lang dauerte das Interview mit dem SWR3-Moderator Kristian Thees für den sonntäglichen „Talk mit Thees“. Wir sprachen über wütende Jaguare, gefährliche Geister im Waldboden, Schwierigkeiten bei der Jagd – und auch darüber, was wir in Deutschland eigentlich vom Volk der Tenharim lernen können.

Eine ausführliche Version, kompletter als die Radioversion, findet sich im Podcast hier (runterscrollen bis 3.6.)